Therapiehund

PICT1351Die Aufgaben eines Therapiehundes und die eines Besuchshundes sind, Menschen durch ihren Kontakt neue Impulse erfahren zu lassen. Dieser Kontakt bedeutet für diese Menschen oft (seien sie nun erkrankt, behindert oder in Heimen lebend), eine große Motivationssteigerung sich mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.Ein Therapiehund kann mit seinem Hundeführer begleitend in einer herkömmlichen Therapie eingesetzt werden. Das Team Hund-Mensch kann in vielen Bereichen arbeiten. Zum Beispiel in der Psycho-, Ergo- oder Physiotherapie etc. Dabei motiviert der Hund oft allein durch seine Anwesenheit und durch den Körperkontakt positiv. Der Kontakt mit dem Hund hat oft einen so großen Aufforderungscharakter, dass die Menschen dem Hund zuliebe viele Dinge tun, die sie sonst verweigern würden. Ein Beispiel: Der Patient setzt sich für den Hund auf den Boden und versucht den Ball zu halten, den der Hund ihm vorher punktgenau in die Hand abgelegt hat, um diesen dann zu werfen.

PICT4128Ein Besuchshund dagegen wird in verschiedenen sozialen pädagogischen Einrichtungen eingesetzt. Er geht mit seinem Hundeführer regelmäßig in Kinder- und Senioren-heime, Hospitze, Kliniken etc. um die Bewohner oder Patienten zu besuchen. Dort kann mit ihm gespielt werden, er darf gestreichelt und gebürstet werden, man kann mit ihm spazieren gehen und mit ihm oder über ihn reden. Egal ob als Therapiehund oder als Besuchshund, der therapeutische “Nutzen” für uns Menschen ist unbestreitbar und sogar messbar. Es kommt zu einer Normalisierung des Blutdrucks, zur Förderung und Forderung der geistigen und motorischen Fähigkeiten, die Endorphinproduktion wird erhöht, es kommt zu Stressabbau, Schmerzablenkung und vielem mehr. Um das alles leisten zu können, muss der Hund speziell geschult werden. Das beginnt bei mir schon während der Aufzucht der Welpen (bei Interesse siehe Welpenaufzucht im Labradoodleflyer). Hier werden sie schon spielerisch auf ihre zukünftige Welt vorbereitet.

Die Grundvoraussetzungen für diese Aufgabe sollte der Hund natürlich mit sich bringen. Das heißt, es werden nur Welpen ausgewählt, die eine sehr gute Menschenbezogenheit, ein ausgeglichenes Wesen, eine hohe Toleranzschwelle haben, nicht aggressiv sind, kein großes Besitzverhalten zeigen und sehr kontaktfreudig sind.
Diese Kontaktfreudigkeit muss aber immer aufrecht erhalten werden. Damit ist gemeint, dass der spätere Therapie- oder Besuchshund vom Welpenalter an immer mal wieder seinen späteren “Arbeitsplatz” besucht, das heißt Schulen oder/und Kindergärten etc. kennenlernt, dort kurze positive Kontakte hat und dort zur Ruhe kommt (Abschalttraining).

IMG_9607Wenn der Hund dann noch eine sehr gute und sorgfältige Grundausbildung genießt und die Bindung zwischen Hund und Hundeführer stimmt, kann die “Arbeit” losgehen. Gut vorbereitet und “eingearbeitet” wird der Hund dann an seiner “Arbeitsstätte” schon immer mit großer Freude erwartet. Dort sollte natürlich der Hundeführer seinen Hund in allen Situationen “lesen” können, das heißt Stress- und Überforderungszeichen zu erkennen. Er muss sehen, wann es für den Hund genug ist und ihm immer die Möglichkeit bieten, sich aus einer Situation herausziehen zu können. Niemals sollte man unterschätzen, wie anstrengend diese Arbeit für einen Hund ist.